31.08.2015

Die Wette 21/55 - Freundschaft


Am vergangenen Wochenende habe ich den Geburtstag eines Freundes, der über viele Jahre mein Lebensbegleiter war, mitgefeiert. Zu dieser Gelegenheit kamen - wie ich auch - die Freunde aus der Schulzeit und dem Studium aus den verschiedenen Ecken der Republik zusammen. Es war wunderbar, hat mich aber auch nachdenklich gemacht. 

Was bedeutet Freundschaft? 

Das Schöne an solchen Zusammenkünften ist, dass ich Menschen, in deren Leben auch ich viele Jahre existierte, wiedersehe. Wir in alten Erinnerungen schwelgen, über Erlebtes lachen und auch ein wenig traurig sind, wenn wir uns über die, die uns verlassen haben austauschen. Wir bringen uns alle auf den neuesten Stand was unsere Familien, unsere Leben betrifft.

Neben diesem Kreis der schon immer Dagewesenen sind die "neuen" Freunde da. Die, die über die Kinder kennengelernt wurden, die Kirchengemeinde, die Nachbarschaft, den Sport. 

Zwei Lager. 

So richtig lernt man sich auch nicht kennen, es gibt Berührungspunkte über ähnlich alte Kinder, die herumtollen. Viele finden es befremdlich, dass ich da bin. Seine Frau auch. Die sowieso. Warum? Keine Ahnung. Es ist 20 Jahre her. Ja 20. Eine irrsinnig lange Zeit. Ein halbes Leben. Und eine Freundschaft. Eine lange Freundschaft. Die hoffentlich auch noch lange hält.

Die Wette 20/55 - Tief im Osten II

Kurz nach der Grenzöffnung ist der Vater eines Freundes mit Sack und Pack vom westfälischen Hof in den Osten umgesiedelt, da er wusste, dass nur durch Expansion, die "zuhause" nicht möglich war, ein Hofsterben zu verhindern war.

Auf einer der Betriebsstätten haben wir an diesem Wochenende Geburtstag gefeiert und eine Besonderheit ist das hauseigene Museum vor Ort. Eingerichtet in einem Büro hinter dem großen Versammlungssaal. Zusammengestellt aus Sachen, die sich in den verschiedenen Gebäuden vor Ort fanden. Teilweise waren sie auch 1990 noch in Betrieb!







Die Wette 19/55 - Tief im Osten I

An diesem Wochenende war ich so tief im Osten, dass ich keinen - aber wirklich KEINEN - Empfang hatte. Manchmal Edge - aber auch das nur an manchen Ecken des Grundstücks.

Daher bin ich im Verzug und poste heute gleich dreimal.




Dies ist der allesüberragende Anblick vom Wochenende - ein Lagerhaus. Echt DDR. Gebaut in den 1980ern zu einer Zeit als sich diese Art der Lagerhäuser bereits überholt hatte. Aber in einer Planwirtschaft geplant und dann wird es auch irgendwann gebaut. Ist klar, ne?

28.08.2015

Die Wette 18/55 - Freitagswahnsinn

Ohne groß darüber nachzudenken, kommt mir fast jeden Freitag der gute alte The Cure Song "Friday I'm in love" in den Sinn - und heute ist so ein wunderbarer Freitag mit der Aussicht auf ein schönes Wochenende.

Da ich den WMDEDGT von Frau Brüllen auch in diesem Monat verpasst habe, hole ich das heute einfach mal außer der Reihe nach und schildere euch einen total langweiligen Freitag, wie er eigentlich jede Woche abläuft.

Der Tag begann ultimativ früh um 3.50 Uhr als ich den Mann weckte, der um 4.45 Uhr nach einer kurzen Stippvisite zum Koffer und Wäsche wechseln das Haus in Richtung London verlassen musste. Danach wollte ich noch ein bisschen dösen, habe dies aber zugunsten von ruhigem Kaffee sein gelassen. Erwartungsgemäß war mit den Kids heute morgen nix los, da 2/3 erst gen 23 Uhr eingeschlafen sind. Um kurz nach 7 Uhr waren aber alle soweit gefrühstückt und für den Tag präpariert, dass wir pünktlich um kurz nach 7.30 Uhr das Haus verlassen konnten. Die Schüler allein in Richtung Schule und die Lütte mit mir in Richtung Kita.

Danach habe ich das gemacht was ich immer so an meinem freien Freitag mache: Geräumt, privaten Papierkram erledigt und ein Catch up meiner Lieblingsserien. Das ist nämlich meine neudeutsch "Me-Time" genannte Zeit für mich. Die Serien sind nicht so, dass sie für Kids geeignet wären und abends ist hier in aller Regel erst jetzt (21.30 Uhr) Schlafenszeit (und nein - ich halte die Kinder nicht vom schlafen ab und ja - ich wünschte, sie würden spätestens um 19.30 Uhr ermattet in ihren Betten liegen. Ist aber nicht so. Wenigschläferfamilie - you know? Woher sollen die Kids das Bedürfnis haben viel zu schlafen, wenn das hier niemand hat? Und solange ich morgens nicht wecken muss, scheint der Schlaf ja zu reichen). 
Dann ist es auch schon 13 Uhr und ich muss mir Gedanken über profane Sachen wie Wäsche und Einkauf machen. Da Freitag ist, hole ich das Kitakind schon um 14.30 Uhr ab und dann gemeinsam mit ihr die Schüler, da es sich bewährt hat zumindest einmal in der Woche beim offenen Ganztag reinzuschauen und kurz mit den Erziehern zu plaudern. Meist dauert es bis fast 15.30 Uhr bis wir wieder zuhause sind und dann wird es sportlich - im doppelten Wortsinn. Einerseits haben alle drei Training und andererseits beginnt das erste bereits um 16 Uhr. Also holterdipolter alle Taschen zusammengesucht und los - da die Kleine noch eine außerplanmäßige Wickelung brauchte, waren wir 10 Min zu spät. Na ja - das mag ich so gar nicht. Egal. S2 trainierte Hockey und S1 machte mit seinen Teamkollegen Spökes bis deren Training um 16.30 Uhr begann. Um 17 Uhr düsten S2, T und ich dann zum Turnen - um vor Ort festzustellen, dass die Turnhalle zwar wieder freigegeben war, aber außer der Trainerin und uns niemand da war. Nicht unfroh haben wir uns auf den Heimweg gemacht. Dort verschwand T mit der Nachbarstochter nach draußen, S2 spielte Lego, ich kochte vor mich hin. Kurz nach 18 Uhr tauchte S1 auf und wir konnten essen. Der Abend endete damit, dass die Lütte müde bereits um 19.30 Uhr einschlief. Ich krusche noch ein bisschen mit der Wäsche rum und die Jungs hängen rum und plaudern. Inzwischen ist es 21.45 Uhr und der Große findet ich könnte ihm noch eine Gute Nacht Geschichte vorlesen. Das werde ich auch tun. Falls es interessiert: Mein Urgroßvater und ich von James Krüss - eines meiner liebsten Bücher. Wobei ich eigentlich "Mein Urgroßvater, die Helden und ich" noch besser finde. Aber das kommt danach also lese ich es auch danach vor :)




27.08.2015

Die Wette 17/55 - Müdigkeit

Angeblich schläft man durchschnittlich 6-8 Stunden jede (!!!) Nacht. Es ist quasi unfassbar.

Ich frage mich wann ich mal wieder so lange schlafen darf.
Ungestört.
Ich bin einfach müde. Erschöpft und müde.

Falls ihr nicht schlafen könnt - hier die passende Musik


In diesem Sinn: Gute Nacht!

Die Wette 16/55 - Flüchtlinge

Lucie Marshall hat drei pakistanischen Jungs, die vor dem LaGeSo campierten, eine Unterkunft auf Zeit gegeben. Es ist sehr herzwärmend ihre Beiträge hierzu zu lesen sowie ihr bei Twitter unter @MarshallLucie zu folgen und so in kurzen Abrissen ein bisschen aus dem Alltag mitzubekommen.

Weiterhin folge ich mit Spannung den Berichten über die geplante Unterkunft von 1.500 Flüchtlingen in Hamburg - Meiendorf. Eine so große Unterkunft zu schaffen und zu betreiben, stellt alle vor große Herausforderungen. Möge es gelingen!

25.08.2015

Die Wette 15/55 - Ein Gedicht



Alle schreiben darüber - ich bin einfach nur erschüttert... und nehme daher Worte, die von James Krüss erdacht das "Gedicht für jeden Tag im Jahr" ergeben.

Was dies mit dem Thema zu tun hat - für mich viel. 

Denn wenn jeder sein Gegenüber stehen lässt wie er ist, ihn akzeptiert wie er ist - mit seiner Historie und Ansichten, dann gäbe es kein Heidenau für das man sich schämen muss. 
Dann ja dann täte jeder das was er tun kann, in der Hoffnung niemals selbst auf die Hilfe anderer in dieser Form angewiesen zu sein.


Jeder wünscht sich jeden Morgen

irgend etwas - je nachdem.
Jeder hat seit jeher Sorgen,
jeder jeweils sein Problem

Jeder jagt nicht jede Beute.
Jeder tut nicht jede Pflicht.
Jemand freut sich jetzt und heute.
Jemand anders freut sich nicht.

Jemand lebt von seiner Feder.
Jemand anders lebt als Dieb.
Jedenfalls hat aber jeder
jeweils irgend jemand lieb.

Jeder Garten is nicht Eden.
Jedes Glas ist nicht voll Wein.
Jeder aber kann für jeden

jederzeit ein Engel sein.

Ja, je lieber und je länger
jeder jedem jederzeit
jedes Glück wünscht, um so enger
leben wir in Ewigkeit.


James Krüss

24.08.2015

Die Wette 14/55 - Einmal mit Profis

Wie schaffen es Softwareprogrammierer ihre Programme zu erneuern und wirklich nützliche Anwendungen einfach mal so zu eliminieren?

Eigentlich sollte es doch ganz einfach sein ein Foto vom Rechner Jemandem zu mailen. Eigentlich. Als ich das das letzte Mal - vor zugegeben einiger Zeit - machen wollte, funktionierte dies einwandfrei.
Hat man allerdings sein Macbook brav auf dem neuesten Stand, dann funktioniert das nicht (mehr) - und wenn ich den anderen Menschen hofft man bereits seit 3 Vorversionen des Betriebssystems auf Besserung.

Da fällt mir nur ein: Einmal mit Profis. Bitte.

23.08.2015

Die Wette 13/55 - Serienfaszination

Ich bin ein Serienjunkie. So ein richtiger. Egal ob im Fernsehen oder bei Büchern.

Ich bin da auch sehr akribisch was bedeutet, dass es mich wahnsinnig macht, wenn manchmal im TV die Serien nicht in der korrekten Reihenfolge ausgestrahlt werden sondern versetzt - zwei Staffeln parallel oder was auch immer Verrücktes Programmdirektoren sich so ausdenken. Seit einiger Zeit gibt es streaming und das finde ich sehr komfortabel. Nur leider dauert es auch dort immer ewig bis neue Staffeln kostenfrei erhältlich sind. Ich sage nur die vierte Staffel von "The good wife" bei Amazon Instant Video...

Bei Büchern verhält es sich ähnlich. Gerade bei Krimis bin ich nicht gewillt den Aufpreis für Hardcover zu bezahlen - allerdings gehen zwei Jahre Wartezeit bis zum Paperback wie beim letzten Harry Hole doch sehr an die Nieren...

Lange Rede kurzer Sinn. Ich lese gerade "Der Sohn" von Nesbø und warte immer wieder darauf Harry zu begegnen, aber er kommt nicht. Ansonsten ist das Buch spannend und gut zu lesen :) - daher bin ich jetzt auch wieder im Bett und lese weiter!

22.08.2015

Die Wette 12/55 - Abendessen

Bevor der Tag sich dem Ende zuneigt, heute nur ein kleines Völlegefühl.

Wir sind zum Abendessen eingeladen und wurden verwöhnt. Vom Feinsten. Nun sind wir im Stadium: Whisky trinken und der Hausherr jazzt am Klavier.

Daher: Habt einen schönen Abend!

21.08.2015

Die Wette 11/55 - Die Flüchtlinge

Oh - zwei Schnapszahlen auf einmal! Elf Tage halte ich tatsächlich schon durch - ich bin wirklich fasziniert...

Eigentlich möchte ich jetzt locker flockig etwas erzählen, denn das Wetter war schön und die Stimmung gut. Leider verhagelt mir der Umgang mit den Flüchtlingen ein wenig die Laune.

Seit gestern gibt es die Initiative #1000malWillkommen Blogger für die Flüchtlingshilfe. Die Ideen überschlagen sich und ich bin wirklich gespannt was wir daraus entwickeln werden.

Ich werde berichten.

Dabei fällt mir wieder ein wie ich 1989 mit meiner Mutter zusammen durch zahlreiche Turnhallen und andere provisorische Flüchtlingsunterkünfte auf der Suche nach Mietern gewesen bin. Schon damals waren die Umstände der Unterbringung alles andere als angenehm für die Geflohenen.
20 Familien konnten wir Wohnungen vermieten. Von diesen haben 5 inzwischen ein Haus gebaut oder gekauft, 10 wohnen immer noch bei uns und 5 sind weitergezogen, weil die Familienwohnungen inzwischen zu groß waren, da die Kinder ausgezogen sind. Das ist eine Bilanz, die mich immer wieder zufrieden sein lässt. Insgesamt haben wir so etwa 100 Menschen eine neue Heimat geben können. Das macht mich stolz.

20.08.2015

Die Wette 10/55 - Die Verabredung

Es ist heutzutage ja wirklich höchstkomplex, wenn zwei Kinder beschließen, dass sie miteinander spielen wollen.

Als ICH Kind war lief es wie folgt:
15 Uhr an einem beliebigen Wochentag:
Mutter: "Kind, was hockst du noch im Haus? Raus mit dir bis zum Abendessen"
Ich zockelte raus und radelte durch den Kiez um zu sehen wer auch draußen spielte oder gezielt zu irgendwem mit dem ich in der Schule ausgemacht hatte, dass ich käme.

Beim großen Kind (7, 3. Klasse) läuft das Ganze inzwischen mehr oder minder autark, da er einen festen Kreis hat und man sich kennt und somit alles völlig unkompliziert ist. Die Kids informieren lediglich und gut isses.

Beim Kleinen (so wie auch damals beim Großen) lief es in der Kita:
Kind: "Ruf mal die und die an, ich will, dass das Kind kommt" und man dann kurz klärte wer wo wann Zeit hat und in der Kita Bescheid gab "Der XY nimmt morgen das Kind mit". Abends sammelte man entweder das Kind ein oder bekam es vorbeigebracht. Fertig. Aus.

Nun ist es der Kleine seit einer Woche in der Schule und erklärte mir bereits vorgestern, dass er sich mit dem XY zu verabreden gedächte. Meine Reaktion: Mach - aber vergiss nicht mir Bescheid zu sagen. Daraufhin ging es los.

Die andere Mutter (die mir schon beim ersten Kontakt als sehr besorgte Einzelkindmutter auffiel) wurde von ihrem Sohn über dessen Ansinnen informiert und dann ging es los.

Ich erhielt eine Email wo sich die Mutter sehr förmlich mit SIE und wer sie sei, wo sie wohne (mit Anschrift und Telefonnummern) und was ihr Begehr wäre vorstellte.
Meine Antwort: "Alles klar. Ich bin bereits informiert. Wir können dann und dann. Soll dein Kind zu mir oder meins zu dir"
Nächste Mail: "Das wäre ja alles sehr freundlich, aber man würde sich doch nicht so kennen und Schule wäre doch jetzt wirklich noch neu und so schnell und überhaupt, aber man könne an den oder den Tagen am Besten."
Meine Antwort: "Ok. Freitag passt. Zu euch oder zu uns?"
Ihre Antwort: "Da am Samstag dies und das und jenes und überhaupt das Leben kompliziert sei, wäre es doch ganz reizend, wenn das Kind der Liebe zu uns kommen könne, obwohl sie ehrlich gesagt am liebsten mitkäme, denn man würde sich doch nicht kennen und unsere Wohnsituation wäre doch völlig unklar und überhaupt möchte sie erstmal sehen wo ihr Kind denn so untergebracht ist"

Ich war zwischenzeitlich an der Schule um mein Kind einzusammeln und habe dem Team der OGS mitgeteilt, dass ich morgen das andere Kind mitnähme. Der Betreuer schmunzelte mich an (wir kennen uns schon durch K1 seit 2 Jahren) und meinte: Ja, ja. Die Mutter hätte sich bereits sehr ausführlich erkundigt wie das gehandhabt würde, wenn Kinder sich verabredeten und ob auch gewährleistet wäre, dass das eigene Kind nicht mit jedem Wildfremden fortgelassen würde und wie man das denn machen könne, weil ja nicht jeder auf dem "Darf abholen Zettel" stünde. Ich schmunzelte milde lächelnd zurück und sagte: "Na, da werdet ihr sicher noch einen Anruf bekommen und ich auch"

Es kam exakt so. Kaum zuhause bekam ich den erwarteten Anruf und musste allerlei Fragen beantworten. Selbst ob ich das Kind im Auto auch anschnallen würde und einen angepassten Sitz habe, wurde abgefragt. (Ihr Sohn würde hysterisch, wenn nicht alles optimal eingestellt sei) Meine Antwort, dass ich die Kids ausnahmsweise abholen würde, dies allerdings zu Fuß geschähe, schockierte sie geradezu. (Die Schule ist 800m zu Fuß und 3,5km zu Wagen entfernt). Weiterhin war sie völlig perplex als sie anfing mir zu erklären, wie das denn mit der OGS laufe, dass ich sagte, dass ich bereits mitgeteilt habe, dass ich ihr Goldstück morgen mitzunehmen gedächte und sie lediglich dem Anrufbeantworter dort mitteilen müsse, dass dem wirklich so wäre. Sie ruft aber lieber morgen früh an, wenn auch jemand da ist! Ihr wisst - so eine Maschine ist gefährlich!

Lange Rede - kurzer Sinn:
Morgen hat K2 Besuch und ich hoffe, dass das Kind nicht so kompliziert ist!

19.08.2015

Die Wette 9/55 - Schwiegermutter #schwiegermonstame

Ja - die liebe Schwiegermutter - ein heißes Thema in vielen vielen Familien. Hier ist es keine Ausnahme. Aber davon zu einem anderen Zeitpunkt.

Da ich ein gebranntes Kind bin, springe ich auf den #schwiegermonstame Zug der sehr lesenswerten Tollabea auf.

Mein Brief an mich:
Liebe du,

sei nachsichtig mit dir. Du weißt gern alles am Besten, aber in diesem Fall ist Schweigen deine Aufgabe. (Wahrscheinlich ist dies die wirkliche etymologische Bedeutung des Wortes "Schwieger" ;) ) Du bist die andere Mutter. Die, die meist nicht die Bedeutung für die neue Familie hat, da sie die Mutter des Manns bist. Ob sich das im Jahr 2035 grundlegend geändert hat? Ich bin gespannt.

Nochmal von vorn:
Liebe du,

sei die Schwiegermutter, die du nie hattest. Sei da - leise und freundlich. Biete dich an, aber dräng dich nicht auf und manchmal mach einfach. Wichtig ist, sich klarzumachen, dass alles was du als junge Frau und Mutter gemacht hast, gnadenlos altmodisch und überholt ist. Daher schweig fein still auch wenn es dich nervös macht, dass nicht gestillt oder getragen oder gemeinsam mit dem Baby geschlafen wird. Die Kinder werden schon wissen was sie tun und sie tun das was für sie das Beste ist. Lad deine Kinder und Enkel in den Urlaub ein und verbringe Zeit mit ihnen, dass du sie richtig kennenlernst. Spiele 1000x hintereinander UNO oder was auch immer angesagt ist und lächel dabei. Baue Sandburgen und hebe die Enkel aus dem Schnee - und wenn du keine Lust hast, dann sag es. Kuschel mit den Enkeln und erzähl ihnen Geschichten wie ihr Vater oder ihre Mutter als Kind war. Kinder lieben Geschichten von früher (die ganz gemeinen erzähl aber erst, wenn die Kids schon größer sind). Sing mit ihnen. Laut und leise und immer alle Strophen. Koch für die Sippe wenn sie es braucht. Ob im Wochenbett oder weil alle Termine haben, aber doch was Warmes essen wollen.
Sei stolz auf dein Kind und auf seine Partnerwahl. Halt einfach die Klappe, wenn du den Partner doof findest. Umhüll ihn mit Zuneigung, denn er ist nun mal da. Es ist nicht an dir es zu ändern.
Sei stolz auf deine Enkel, die hoffentlich zahlreich sind, damit richtig Leben und Chaos in der Bude herrscht. Liebe sie. Verwöhne sie. Sei da für sie! Hoffentlich wohnen sie nicht alle weit weg von dir.

Und wenn sie dich nicht wollen oder einfach zu weit weg für häufiges Sehen sind, dann ist das so. Dann darfst du wirklich machen was du willst. Um die Welt segeln zum Beispiel. Dann bist du die verrückte Alte, die Postkarten (oder was es in Zukunft auch immer geben wird) von den entlegensten Winkeln der Erde verschickt und das ist gut so!

Bis dahin,
deine ich

18.08.2015

Die Wette 8/55 - Ideenlos

In den letzten Tagen hatte ich immer Ideen und nun habe ich heute keine - also eigentlich schon, aber diese wären zu ausführlich zu recherchieren oder was auch immer. Heute bin ich ideenlos, denn ich bin erschöpft. Bis in die Knochen erschöpft. Ich mag eigentlich gar nicht mehr, aber es nutzt nix.

Also verkrieche ich mich jetzt einfach in meine Kemenate und schweige still - auf das bessere Tage kommen.


17.08.2015

Die Wette 7/55 - Regeln

Heute geht es um Regeln.

"Regeln sind für das menschliche Zusammenleben erforderlich. Es ist wichtig, dass die Regeln allgemein befolgt werden. Denn nur dann macht das Befolgen der Regel für den Einzelnen wirklich Sinn."

Damit wurde ich heute auf dem Elternabend in der Kita begrüßt, denn ein neues Kitajahr hat begonnen und es gibt doch immer wieder Menschen, die meinen das Regeln für sie nicht gelten, daher werden gebetsmühlenartig jedes Jahr die (Eltern-)Kitaregeln wiederholt.

Wenn man es sich richtig überlegt, sind wir quasi von Regeln umzingelt. Nicht alle erscheinen uns nachvollziehbar, aber wenn man ehrlich ist, erleichtern sie das Leben enorm, denn jeder weiß genau wo er steht.

In diesem Zusammenhang denke ich häufig an die vielen Familien mit Trennungshistorie, die es nicht schaffen sich an Regeln zu halten, weil ein Elternteil dies boykottiert. Ich frage mich dann immer warum es so schwer fällt.
Warum schaffen es so viele Erwachsene nicht die Streitigkeiten der Erwachsenenebene von den Kindern fernzuhalten? Warum wollen so viele Eltern immer wieder die Kinder positionieren? Was gibt es ihnen?

Ich werde zu keiner Lösung kommen, aber es bewegt mich - euch auch?

16.08.2015

Die Wette 6/55

Sonntag. Der Tag an dem wir normalerweise möglichst nichts tun, um Kraft für die nächste Woche zu tanken.
Heute allerdings bekamen wir Besuch aus Berlin. Zum grillen. Kinderlose Freunde. Dies bedeutet auf jeden Fall zwei Dinge:

  1. Die Bude muss aufgeräumt werden, denn die Chaostoleranz geht bei Kinderlosen noch mehr gen null als bei Familien bei denen alles immer beängstigend toll aussieht (leider ist es bei den meisten meiner Freunde so erschreckend ordentlich, dass ich mich an meine pingeligst aufgeräumte Studentenbude erinnere)
  2. Sie kommen eher, denn sie müssen quasi keine Pausen machen und glauben in aller Regel auch nicht, dass am Sonntag Morgen kein Puffer von 2 Stunden eingeplant werden muss.
Wer mich kennt, weiß, dass Wäsche mein großer Sargnagel ist - nicht das Waschen oder Trocknen - nein - selbst das Falten macht mir nix aus. Aber das Verräumen kann Tage dauern. Aber dies habe ich tatsächlich bezwungen.

Da der Berliner ihre Stadt in aller Regel für das Beste und Tollste halten was der Republik passieren kann, musste ich nicht einmal groß einkaufen, denn die Steaks wurden dry aged aus dem KaDeWe importiert (dass unser Metzger lt. Feinschmecker zu den Besten der Republik gehört, war von keinem Interesse) - lediglich für das Wetter und Beilagen (mit der Bitte um selbstgebackenes Brot) waren wir zuständig. Das mit dem Wetter hat sogar geklappt - in einem kleinen Zeitfenster konnten wir grillen - mit auf dem Tisch stehenden Sonnen- also Regenschirm dahinter. 


Es gab hervorragendes Baguette nach diesem Rezept von Ju, die bei Yvonne gastbuk. Dann noch ein leider etwas flüssiges Tomaten-Basilikum-Ketchup von CucinaCasalinga. Das Flüssige lag leider an dem hohen Wasssergehalt der hier erhätlichen Tomaten, der auch nach zwei Stunden kochen nicht nennenswert abnahm. Geschmacklich ist es aber astrein! Ein Erdbeerketchup aus der aktuellen Juni Essen & Trinken, welches geschmacklich vollkommen überzeugte, aber auch leider nicht so fest wurde, da 3:1 Gelix hier nicht aufzutreiben war und durch 2:1 ersetzt werden musste, überzeugte die Esser. Der Knaller aber war die Koriander-Chili-Butter aus der aktuellen Essen & Trinken. Diese auf dem warmen Baguette und dem Fleisch - ein Gedicht!


15.08.2015

Die Wette 5/55

Wieder auf den letzten Drücker - irgendwie scheint das die Blogzeit zu werden.

Es ist Samstag und in deutschen Gärten häufig der Tag an dem einigermaßen klar Schiff gemacht wird - es sei denn man gärtnert mit Leidenschaft wie es auch sehr viele Menschen in meinem Umfeld tun. Allein wenn man die Umsätze der Gartencenter (1,93 Mrd. (!!) Euro allein bei Obi im Jahr 2013) liegt der Schluss nahe, dass die Menschen gern grüne Gemütlichkeit um sich herum haben.

Ich dagegen habe damit nix am Hut. 
Nix. 
Nihil. 
Niente. 

Und warum ich das erwähne? 
Ich habe einen Garten, der mehr oder weniger einem brombeerdurchwucherten Dschungel gleicht und den ich aus tiefster Seele verabscheue. Das Dilemma liegt auf der Hand, ne?

Nun ja - heute war es wieder so weit. Ich musste Rasen mähen (mein Heuschnupfen liebt das sehr) und weil es ja in den letzten Wochen immer abwechselnd brüllend heiß und vollkommen nass war, war das Unkraut auch so in die Höhe und Breite geschossen, dass es ein bisschen bekämpft werden musste. Immerhin war ich zwei Stunden oder auch drei zugange. 

Der Mann kam irgendwann dazu und jätete mit. Allerdings stellte er auch mal wieder fest, dass ihm der Garten eigentlich zu klein sei und es sich daher nicht lohnt überhaupt anzufangen. 


Die Wette 4/55

EDIT: Ich wollte diesen Artikel gestern nochmals vor Veröffentlichung lesen - bin aber schlichtweg vorher eingeschlafen. Da hoffe ich mal, dass meine Wettpartnerin - die sagenhafte Frau @novemberregen - aufgrund vorhandener Urlaubsstimmung gnädig mit mir ist.


Heute ist der erste Tag seit 6,5 Wochen an dem ich endlich wieder kinderfrei habe. Ein wirklich komisches Gefühl. Ich versuche heute meinen Haushalt auf Vordermann zu bringen. Natürlich beginne ich erstmal mit ein wenig Prokrastination und lese mich quer durch's Internet. Dabei fällt mir zum wiederholten Mal auf wie sehr das Netz sich verändert hat seitdem ich meine ersten Schritte im Jahr 1994 (oder war es doch schon 1993 - jaja Oma erzählt vom Krieg...) darin gemacht habe.

Natürlich bin ich mehrfach über Statements zu den Flüchtlingen gestolpert, die mich aggressiv gemacht haben. Andererseits habe ich auch total viele tolle nachdenkliche Artikel gelesen, die ich euch ans Herz legen möchte:

Frau Novemberregen definiert erstmal das WIR

Ein Schicksal, das viele Familien in ihren Reihen haben, betrifft die Familie von Liisa

Auch die fabelhafte Bea ist ein Flüchtling.

Johannes denkt über Gastfreundschaft und ihre Bedeutung nach

Ich las noch einige mehr - wenn man einmal in den Fluss kommt, kommt man wie immer im Netz von Hölzken auf Stöcksken. Was ich sagen will: http://1000malwillkommen.tumblr.com


13.08.2015

Die Wette 3/55

Heute war Einschulung. Es war ganz wunderbar. Alle Beteiligten sind erschöpft. Daher heute nur ein Bild.

https://www.flickr.com/gp/inkanina/f2xiv8

12.08.2015

Einschulung 2015 - Die Wette 2/55

Achtung - dieser Text enthält Spuren von Sentimentalität!

Morgen ist es soweit - das zweite Kind hat seinen ersten Schultag und ich bin etwas wehmütig so war er doch vier Jahre lang mein Kleiner bevor er in die Mitte aufrückte.

Vor einer Stunde erhielten wir eine Mail von seinem Hauptbezugsbetreuer der Kita und eigentlich fällt mir nichts Wesentliches ein was ich ergänzen könnte.

Aus diesem Grund zitiere ich nur:

Liebe Schulkinder und liebe Familien,

morgen beginnt ein neuer Abschnitt für Euch alle. 
Die Schule begleitet Euch ab morgen für mindestens eine Dekade.
1000 Schmetterlinge tanzen gerade hoffentlich in Euren Bäuchen Sommertänze.

So viel habt ihr alle gemeinsam schon erlebt und gelernt, geweint und gelacht.
Einen Teil Eures Weges durften wir [...] Euch dabei begleiten.
Danke Euch allen für unzählige schöne Momente und für ein Stück gemeinsames Leben.

Liebe Schulkinder,
freut Euch nicht nur auf Eure Schultüten,
denn nur wer das Lesen gelernt hat,
kann die unzähligen Bücher lesen, 
die zum Teil schon die Kindheit Eurer Eltern und Großeltern bereichert hat.
Ich wünsche Euch viel Spaß mit Tom Sawyer und Huckleberry Finn, spannende Stunden auf der Schatzinsel und sieben aufregende Jahre mit Harry Potter.

Euch steht die Welt offen. Ihr müsst sie Euch nur ansehen.

Verliert nie den Funken im Herzen, den Glanz in den Augen und das Strahlen beim Lachen.
Passt auf Euch auf und vergesst uns nicht.

In diesem Sinn - allen Erstklässlern morgen einen wunderbaren Tag und allen Eltern stets ein Taschentuch zur Hand!


(hier sollte theoretisch ein Foto von meiner Schultütensachertorte sein, aber ich habe noch nicht raus wie ich hier ein Foto von Flickr eingebunden bekomme...)

11.08.2015

Die Wette 1/55

Ja - ich bin wahnsinnig - ich habe gewettet. Ich halte es durch 55 Tage täglich zu bloggen und dabei versuche ich nicht nur langweilig zu sein. Eine Herausforderung, aber denen muss man sich ja nun auch irgendwann mal stellen.

Heute fing das neue Schuljahr an. Also noch nicht mit Schule aber die Kita startete wieder und so kommt langsam wieder Ruhe in den Alltag, weil die Kids besser ausgelastet sind. Ich bin gespannt wie lange der Frieden anhält, denn wenn Verdi seine Ankündigung umsetzt und der Ganztag wieder - wie im Mai/Juni - für 4 Wochen schließt, dann muss ich tief seufzen... ganz tief. Mir war nämlich das Glück beschieden, dass die Kita nicht streikte, dafür aber die Schule und mittags um 12 Uhr einen ausgehungerten Grundschüler zuhause zu haben, wenn man sonst um die Zeit im Büro sitzt, ist schwierig.

Genug gejammert. Genug geschrieben. Man soll ja immer langsam anfangen und sich eingrooven. Das tue ich dann mal indem ich mir endlich mal Gedanken zu einer Blogroll mache. Immerhin. Nach 10 Jahren ist das doch was.